Unterricht im Stall anstatt im Klassenzimmer – "Von der Kuh bis zur Butter"
Eröffnung der Aktiv-Wochen Frühling.Erlebnis.Bauernhof

Aktion "Schule geht auf den Bauernhof" bei Familie Engelhardt in CadolzburgZoombild vorhanden

© Annja Herrmann (AELF FU)

Wie fühlt sich die Zunge einer Kuh an? Wie riecht das Kuhfutter und schmeckt selbstgeschüttelte Butter? All diesen Fragen konnte die 3. Klasse der Rangau-Grundschule aus Cadolzburg mit Klassenlehrerin Gabriele Döller auf den Grund gehen.

Bei der großen Auftaktveranstaltung der Aktiv-Wochen lud die zertifizierte Erlebnisbäuerin Daniela Engelhardt auf ihren Hof ein und erklärte den Schülerinnen und Schülern den Weg von der Kuh zur Butter. Im Vordergrund stand das Lernen und Erfahren mit allen Sinnen.

Schulaktion auf dem BauernhofZoombild vorhanden

Dr. Siedler, Behördenleiter des AELF FU, begrüßt die Kinder und alle Gäste auf dem Hof der Familie Engelhardt in Cadolzburg
© Annja Herrmann (AELF FU)

Eröffnet wurde die Auftaktveranstaltung von Herrn Dr. Herbert Siedler, Behördenleiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth-Uffenheim. „Auf welche Tiere freut ihr euch denn am meisten?“, fragte er die Drittklässler, woraufhin diese vor allem die Hühner und die Kühe nannten. Auch Herr Christian Gorlo, stellv. Vizepräsident der Regierung Mittelfranken, sowie Herr Landrat Bernd Obst begrüßten die Klasse und betonten den Mehrwert des Programms „Erlebnis Bauernhof“. Beide hoben hervor, wie wichtig es sei, dass es den Schülerinnen und Schülern ermöglicht wird, die Landwirtschaft hautnah und aktiv kennenzulernen. Landrat Obst legte auch auf den regionalen Bezug der Lebensmittel sehr viel Wert und auf die Bedeutung, Wissen über die Entstehung der Lebensmittel den Kindern näher zu bringen. Nachdem Frau Bürgermeisterin Sarah Höfler aus Cadolzburg ebenfalls die Klasse begrüßt hatte, stellte Daniela Engelhardt in dem gerade neu gebauten Gruppenraum ihren Hof und deren Bewohner mit Hilfe von Spielzeugfiguren anschaulich vor und machte die Kinder mit den Regeln auf dem Hof vertraut.
Kinder mit Bäuerin im KuhstallZoombild vorhanden

Daniela Engelhardt erklärt den Kindern was alles auf eine Kuhpizza kommt.
© Annja Herrmann (AELF FU)

Anschließend ging es dann auch schon in den Kuhstall – allerdings mit geschlossenen Augen, um alle Geräusche und Gerüche wirklich bewusst wahrnehmen zu können. Daniela Engelhardt hatte zudem verschiedene Stationen vorbereitet, bei denen die Sinne gefragt waren. Die Schülerinnen und Schüler konnten landwirtschaftliche Materialien in Fühlsäckchen erraten, sowie an Futtermittel und anderen Produkten mit geschlossenen Augen riechen. Anhand einer großen Plastik-Kuh wurde auch das Fach Mathematik integriert. Die Drittklässler durften an der Kuh die Maße abmessen: wie hoch und wie lang ist eine Kuh, wie viele Knochen und wie viele Zitzen hat sie? Ihr Talent zum Melken konnten die Kinder an einer Holz-Kuh austesten. Das Highlight des Bauernhofbesuches war der Besuch bei den Kühen, die die Kinder mit „Kuhpizzen“ füttern durften. „Die Zunge ist ja ganz rau und klebrig“, erzählte eine Schülerin erstaunt. „Meine Kuh hat den ganzen Teller leer geschleckt!“, rief eine andere. Während die einen die Kühe fütterten und streichelten, mahlten die anderen mit Kaffeemühlen das Hühnerfutter, das sie den Hühnern dann auch geben durften – streicheln inklusive. Nach dem Hände waschen schüttelten die Kinder schließlich noch ihre eigene Butter und probierten sie anschließend mit einer Scheibe Brot. Bevor es am Ende wieder zurück ins eigene Klassenzimmer ging, konnten sie noch ein „Foto“ ihrer Lieblingskuh von diesem Tag machen, indem sie durch ein Pappteller-Loch schauten und sich das „Bild“ gut einprägten. Rundum war es für die Schülerinnen und Schüler ein spannender Schultag im Grünen, wovon sie noch lange erzählen werden.
Grundschüler beim Füttern von Kühen im Stall

Möchten auch Sie mit Ihrer Klasse einen Tag auf einem Bauernhof verbringen?
Das Programm Erlebnis Bauernhof gibt Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, das Leben und Arbeiten landwirtschaftlicher Betriebe kennenzulernen.
Seit Beginn des Programmes haben über 704.000 Schülerinnen und Schüler in über 34.000 Klassen bayernweit teilgenommen. Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus übernimmt einmalig die Kosten des Besuches für die Jahrgangsstufen von der 2. bis zur 4. Klasse, sowie noch einmal in der Sekundarstufe von der 5. bis zur 10. Klasse. Bei Förderschulklassen und Deutschklassen können alle Jahrgangsstufen teilnehmen. Die Teilnahme am Programm ist ganzjährig möglich, die Aktiv-Wochen finden in der Regel einmal im Jahr statt.