Demobetrieb in Bräuersdorf
Präziser wirtschaften – welches Potenzial steckt im Teilflächenmanagement?
Im Rahmen eines Feldtages 2026 auf dem Demobetrieb Gewässerschutz des Betriebs Siegfried Meyer in Bräuersdorf stand die teilflächenspezifische Bewirtschaftung im Mittelpunkt. Ziel war es, anhand eines Winterweizenschlages zu zeigen, wie sich moderne digitale Datengrundlagen nutzen lassen, um Düngung und Pflanzenschutz an die unterschiedlichen Ertragspotenziale innerhalb eines Schlages anzupassen.
Das Interesse am Teilflächenmanagement hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Steigende Betriebsmittelkosten, wachsende Anforderungen an den Ressourcenschutz sowie die zunehmende Verfügbarkeit digitaler Daten führen dazu, dass immer mehr Betriebe die Möglichkeiten einer standortangepassten Bewirtschaftung prüfen. Dabei geht es nicht darum, möglichst viel Technik einzusetzen, sondern vorhandene Unterschiede innerhalb eines Schlages gezielt zu berücksichtigen.
Auch wenn ein Schlag auf den ersten Blick gleichmäßig erscheint, unterscheiden sich viele Flächen deutlich hinsichtlich Bodenart, Wasserhaltevermögen, Humusgehalt oder Nährstoffversorgung. Diese Unterschiede spiegeln sich letztlich auch im Ertrag wider. Während einzelne Bereiche regelmäßig hohe Leistungen erzielen, bleiben andere Zonen aufgrund ihrer natürlichen Standortbedingungen hinter ihrem Potenzial zurück.
Eine einheitliche Bewirtschaftung wird diesen Unterschieden häufig nicht gerecht. Genau hier setzt das Teilflächenmanagement an. Ziel ist es, Betriebsmittel dort einzusetzen, wo sie den größten Nutzen bringen und Maßnahmen an die jeweiligen Standortbedingungen anzupassen.
Grundlage jeder teilflächenspezifischen Bewirtschaftung sind digitale Informationen über den Schlag. Hierfür können verschiedene Datenquellen genutzt werden. Besonders verbreitet sind Satellitenaufnahmen, die anhand von Biomasseindizes Unterschiede in der Bestandsentwicklung sichtbar machen. Ergänzt werden diese durch Bodenkarten, Ertragshistorien oder Reliefdaten. Moderne Programme kombinieren diese Informationen und erstellen daraus sogenannte Managementzonen beziehungsweise Applikationskarten.
Diese Karten werden anschließend auf das Terminal des Schleppers übertragen und ermöglichen eine automatische Anpassung der Ausbringmengen während der Überfahrt.
Unterschiedliche Ziele bei der Düngung
Anhand des Versuchsschlages wurde deutlich, dass nicht jede Düngungsmaßnahme das gleiche Ziel verfolgt. Bereits die erste Stickstoffgabe wurde teilflächenspezifisch ausgebracht. Hier erhielten ertragsschwächere Bereiche höhere Stickstoffmengen als leistungsfähige Zonen. Ziel dieser Strategie ist es, Unterschiede innerhalb des Bestandes möglichst früh auszugleichen und einen gleichmäßigeren Pflanzenbestand zu entwickeln.
Auch bei der organischen Düngung wurde dieses Prinzip verfolgt. Durch eine stärkere Versorgung schwächerer Bereiche sollen diese möglichst an das Niveau der besseren Standorte herangeführt werden. Bei der abschließenden Mineraldüngung änderte sich die Strategie. Nun standen die Hochertragszonen im Vordergrund. Dort wurde gezielt mehr Stickstoff ausgebracht, um das vorhandene Ertragspotenzial möglichst vollständig auszuschöpfen. Grundlage hierfür war eine Kombination aus Bodenkartierung und aktuellen Vegetationsdaten.
Dieses Beispiel zeigt, dass Teilflächenmanagement weit mehr bedeutet als lediglich unterschiedliche Mengen auszubringen. Entscheidend ist vielmehr, die jeweilige Maßnahme an das Ziel der Düngung anzupassen.
Auch der Einsatz von Wachstumsreglern kann von einer teilflächenspezifischen Strategie profitieren. Lagergefährdete Bereiche mit hoher Wüchsigkeit benötigen häufig eine intensivere Einkürzung als schwächere Bestände. Im Versuch wurde deshalb die Aufwandmenge entsprechend angepasst. Während in den ertragsstarken Bereichen eine höhere Aufwandmenge zum Einsatz kam, konnte sie in schwächeren Zonen reduziert werden. Dadurch lassen sich Betriebsmittel einsparen, ohne die Bestandsführung zu verschlechtern. Gleichzeitig wird das Lagerrisiko gezielt dort reduziert, wo tatsächlich ein erhöhter Bedarf besteht.
Die Erfahrungen aus dem Demoversuch zeigen, dass die teilflächenspezifische Bewirtschaftung interessante Möglichkeiten bietet, Betriebsmittel effizienter einzusetzen und Ertragspotenziale innerhalb eines Schlages gezielter zu nutzen. Besonders im Bereich der Düngung und der Bestandsführung lassen sich Maßnahmen besser an die natürlichen Standortunterschiede anpassen. Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz sind jedoch belastbare Datengrundlagen, eine geeignete Technik sowie die Bereitschaft, die gewonnenen Informationen kritisch zu bewerten. Teilflächenmanagement ist damit kein Selbstläufer, kann aber einen wichtigen Baustein für eine wirtschaftliche und ressourcenschonende Pflanzenproduktion darstellen. Weitere Infos:
Ansprechpartner
AELF Fürth-Uffenheim
Rothenburger Straße 34
97215 Uffenheim
Telefon: 09842 208-1232
Fax: 0911 99715-1600
E-Mail: poststelle@aelf-fu.bayern.de


