Rückblick Lehrfahrt Gartenbau 2026
Gartenbau verbindet: Bayerische Gärtner unterwegs in Südtirol

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Lehrfahrt aufgestellt für ein Gruppenfoto vor der Gärtnerei Galanthus.Zoombild vorhanden

© Gundula Holm, AELF Fürth-Uffenheim

Während der viertägigen Lehrfahrt der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Abensberg-Landshut und Fürth-Uffenheim vom 22. bis 25. Juni 2026 informierten sich 32 Gärtnerinnen und Gärtner bei Gartenbau-Betrieben in Südtirol über deren Unternehmensstrategien und -ausrichtungen. Ob Einzelhandelsgärtnerei, Baumschule, Staudengärtnerei oder Orchideen-Spezialbetrieb: alle Unternehmen zeigten ihre zukunftsorientierten Verkaufskonzepte und sorgten für regen Austausch zwischen den Exkursionsteilnehmern.

Mit auf dem Programm stand auch ein Besuch der „Gärten von Schloss Trautmannsdorf“. Hier lässt sich eine Vielfalt an Pflanzen entdecken, die auch unter den Bedingungen des Klimawandels und immer längeren sowie häufigeren Trockenperioden bestehen können.

Zu sehen sind Hortensien und bunte Regenschirme auf der Verkaufsfläche des Gartencenters.Zoombild vorhanden

© Andrea Prankl, AELF Abensberg-Landshut

Münchner Gartentradition mit Zukunft - Gartencenter Seebauer
Zu Beginn führte die Exkursion die Teilnehmenden ins Gartencenter Seebauer in München. Der Besuch bei Seebauer macht deutlich, wie sich dieses Familienunternehmen über mehr als 160 Jahre weiterentwickelt hat. Von der Gründung 1864 in Markt Schwaben über den Umzug nach Ramersdorf im Jahr 1888 bis zum heutigen Gartencenter mit eigener Pflanzenproduktion sind die gärtnerischen Wurzeln des Unternehmens bis zum jetzigen Zeitpunkt erkennbar. Aktuell wird das Unternehmen in der fünften Generation geführt. Auf der großzügigen Verkaufsfläche erwartet die Besucher eine große Auswahl rund um Pflanzen, Garten, Balkon und Zuhause. Dabei verändert sich das Gartencenter im Laufe des Jahres immer wieder. Wechselnde Aktionen und saisonale Themen sorgen dafür, dass bei jedem Besuch neue Eindrücke und Inspirationen für die Kundschaft entstehen. Ein besonderes Juwel des Gartencenters ist der schattierte Freiverkauf. Dieser befindet sich inmitten eines alten, gewachsenen Baumbestandes und bietet dadurch eine ganz eigene Atmosphäre. Hier finden sich Pflanzen, die sich besonders für schattige und halbschattige Standorte eignen.

Zum Gartenerlebnis bei Seebauer gehört auch ein Besuch im Café. Während der Sommermonate verlagert sich dieses in den Außenbereich. Zwischen Blüten und Grün lädt das Sommer-Café Kunden und Kundinnen zum Verweilen ein. Und auch jetzt entwickelt sich das Familienunternehmen noch stetig weiter. Aktuell entsteht auf dem Gelände ein neuer Gebäudekomplex, in dem Büros sowie anbei zusätzliche Parkplätze geschaffen werden. Ein besonderes Highlight befindet sich dabei auf dem Dach des neuen Gebäudes: ein Eventgewächshaus, das künftig für Veranstaltungen und besondere Begegnungen genutzt wird. Die Einweihung des Eventgewächshauses ist noch für diesen Sommer geplant und stellt damit einen weiteren Entwicklungsschritt für den Standort dar.

Zu sehen ist die ausdekorierte Verkaufsverfläche mit Gartenmöbeln, Pflanzen und Deko. Zoombild vorhanden

© Andrea Prankl, AELF Abensberg-Landshut

Garten trifft auf Kunst und Kultur - Gärtnerei Schullian
Ein weiterer Halt der Lehrfahrt führte in die Gärtnerei Schullian nach Bozen. Der Familienbetrieb wurde 1948 von Franz Schullian gegründet und entwickelte sich zunächst zu einem Produktions- und Engrosbetrieb. 1994 übernahm Tochter Martina Schullian den Betrieb und wandelte ihn zu einem Endverkaufsbetrieb um. Seitdem verbindet Schullian traditionelle Gärtnerei mit Pflanzenvielfalt, Kunst und Kultur. Das Sortiment reicht von Garten- und Balkonpflanzen über Stauden und Gehölze bis hin zu Zimmerpflanzen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt darüber hinaus auf der Produktion von Bio-Kräutern und Bio-Gemüsepflanzen. Neben bekannten Kräutern werden auch besondere und seltene Sorten angeboten. Dazu gehören beispielsweise verschiedene Minze-, Salbei- und Rosmarinsorten sowie eine große Auswahl an Tomatensorten. Mit dem breiten und teilweise außergewöhnlichen Sortiment möchte die Gärtnerei ihrem Ruf als vielseitiger Pflanzenbetrieb gerecht werden und den Besuchern auch weniger bekannte Arten und Sorten näherbringen.

Eine besondere Attraktion ist das historische Glashaus III. Es geht auf die Anfänge des heutigen Betriebs zurück und beherbergt eine Ausstellung zur Geschichte des Gartenbaus in Südtirol sowie zahlreiche verschiedene Geranien-Mutterpflanzen, darunter auch alte und seltene Sorten. Auf dem Gelände spielen neben der Pflanze auch Kunst und Kultur eine wichtige Rolle. Besucher können regelmäßig Ausstellungen, Lesungen und musikalische Veranstaltungen genießen. Auch die Gestaltung des Betriebs ist von dieser Verbindung geprägt. Zwischen den Pflanzen finden sich immer wieder besondere Objekte und kreative Elemente, die den Besuch in der Gärtnerei abwechslungsreich gestalten. Erst im Mai dieses Jahres hat das Schullian Bistro & Flowers eröffnet. Das Bistro befindet sich in einem separaten Glashaus und rundet das Konzept der Gärtnerei ab.

Zu sehen ist der Freiverkauf des Pflanzencenters mit Beet- und Balkonpflanzen und Gehölzen.Zoombild vorhanden

© Andrea Prankl, AELF Abensberg-Landshut

Hier herrscht nie Stillstand weil Innovation Wachstum bedeutet - Pflanzencenter Reider
Vor über 40 Jahren wurde das Pflanzencenter von Luis Reider gegründet. Heute wird der Familienbetrieb in zweiter Generation von seinen drei Kindern Kathrin, Markus und Christian Reider weitergeführt. Gemeinsam mit ihren Eltern und rund 50 Mitarbeitern verbinden sie die Bereiche Gärtnerei, Gartengestaltung und Floristik erfolgreich miteinander. Der Betrieb entwickelt sich kontinuierlich weiter und passt seine Strukturen an die aktuellen Anforderungen an. Erst Ende des vergangenen Jahres wurde ein neues Bürogebäude eingeweiht, das moderne Arbeitsplätze und zusätzliche Möglichkeiten für die Organisation des Unternehmens bietet. Auch das Sortiment wird laufend verfeinert. Auf rund 14.000 m² finden sich Freiland-, Beet- und Balkonpflanzen, Stauden, Gehölze, Obstbäume, Gemüse und Kräuter. Mittelmeerpflanzen sowie Solitär-Olivenbäume setzen einen besonderen Schwerpunkt im mediterranen Pflanzensortiment.

Durch die eigene Marketingabteilung im Haus können Aktionen, Werbemaßnahmen und die Präsentation des Unternehmens schnell und flexibel geplant und umgesetzt werden. Diese interne Struktur bietet eine hohe Flexibilität, setzt gleichzeitig aber auch eine gute und vorausschauende Planung voraus. Neben der Gärtnerei bildet der Garten- und Landschaftsbau einen wichtigen Schwerpunkt des Unternehmens. Reider übernimmt die Planung und Umsetzung kompletter Gartenanlagen. Ein besonderes Spezialgebiet ist der Bau von Schwimmteichen und Naturpools. Die Einteilung der Mitarbeiter und Baustellen wird zentral organisiert und über eine App koordiniert. Dadurch können die einzelnen Teams flexibel eingesetzt und die anstehenden Arbeiten übersichtlich strukturiert werden. Die eigene Pflanzenproduktion ist weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Familienbetriebs. Abgerundet wird das umfangreiche Angebot rund um Pflanzen, Blumen und Gestaltung durch den Bereich Floristik.

Zu sehen ist die Freiverkaufsfläche sowie Gewächshäuser der Gartenwelt vor der Bergkulisse. Zoombild vorhanden

© Andrea Prankl, AELF Abensberg-Landshut

Von der Pflanze bis zur grünen Vision - Gartenwelt Platter in Eppan
Die Gartenwelt Platter wird heute in zweiter Generation von den Geschwistern Jos und Jörg Platter geführt. Aus der ursprünglichen Gärtnerei hat sich im Laufe der Jahre ein vielseitig aufgestellter Betrieb mit Gartencenter, Pflanzenproduktion, Floristik sowie Garten- und Landschaftsbau entwickelt. Der größere Standort, die Gartenwelt Platter in Eppan, bietet auf einer großzügigen Verkaufsfläche ein umfangreiches Sortiment für Garten, Balkon und Zusatzartikeln an. Der ursprüngliche Standort in der Bozner Wangergasse wurde modernisiert und zu „Platter City“ weiterentwickelt. Dabei ist er stärker auf die Bedürfnisse der Stadtbevölkerung ausgerichtet und bietet unter anderem Kräuter, Blumen, Zimmer- und Freilandpflanzen sowie Pflanzen für Balkon und Terrasse. Ein zentraler Pfeiler von Platter liegt im Garten- und Landschaftsbau:

Die Gartenwelt Platter vereint moderne Gartenplanung, Gestaltung und Umsetzung unter einem Dach. Im zukunftsorientierten Planungsbüro werden Gartenkonzepte individuell durch Architektenhand entworfen und auf die persönlichen Wünsche der Kunden abgestimmt. Die Arbeiten reichen von privaten Gärten und Terrassen über Hotelanlagen, Parkflächen bis hin zu anspruchsvollen Wasseranlagen und Biopools. Hervorzuheben ist besonders das Standbein rum um den Bau von anspruchsvoller Wasseranlagen. Der Betrieb hat 2016 sein Dienstleistungsangebot um diesen Sektor erweitert. Der Bereich rund um den Garten- und Landschaftsbau arbeitet mit zahlreichen festen Baustellenteams und kann dadurch mehrere Projekte gleichzeitig realisieren. Die Koordination der Teams erfolgt via App. Die Einsatzgebiete gehen dabei weit über den Raum Bozen hinaus. Die Baustellen reichen bis in hochalpine Regionen und bis an den Gardasee. Dadurch entstehen sehr unterschiedliche Anforderungen an Planung, Material und Ausführung, welche eine enge Abstimmung zwischen Planung, Bauleitung den ausführenden Teams erfordern. Neben dem Garten- und Landschaftsbau ist die Innenraumbegrünung ein weiterer wichtiger Geschäftsbereich, der von der einzelnen Pflanze bis hin zu ganzen Begrünungskonzepten reicht. Zusätzlich wird die Gartenwelt durch die hausinterne Marketingabteilung unterstützt, die die verschiedenen Unternehmensbereiche kommunikativ begleitet und die Außendarstellung der Betriebszweige koordiniert.

Zu sehen ist ein Pfirsich der an einer Spalierpflanze der Baumschule wächst.Zoombild vorhanden

© Andrea Prankl, AELF Abensberg-Landshut

Obstvielfalt bewahren und weiterentwickeln - Baumschule Kaneppele
Von Beginn an lag der Schwerpunkt der Baumschule Kaneppele auf der Produktion von Obstbäumen für den Südtiroler Obstbau. Die Geschichte der Baumschule aus Kaltern reicht bis in die späten 1970er-Jahre zurück und ist seither von einer stetigen Entwicklung geprägt. Aus der ursprünglichen Obstbaumschule entstand ein vielseitiges Unternehmen mit Baumschule, Pflanzencenter, geschützter Pflanzenproduktion und Dienstleistungen rund um den Garten. Heute wird der Betrieb von den Geschwistern Maria und Alexander Calliari geführt. Zu umfangreichen Angebot zählen Äpfel, Birnen, Kirschen, Marillen, Pfirsiche, Zwetschgen, Beeren, Kiwis, Feigen und verschiedene Nussgehölze sowie exotische Besonderheiten. Das Sortiment umfasst mehr als 100 Obst- und Beerensorten. Auch alte und regionale Sorten, wie beispielsweise der Kalterer Böhmer, die Vinschger Marille, die Palabirne und die Hauszwetschge, umfassen das Sortiment und tragen zum Erhalt der regionalen Sortenvielfalt bei.

Nicht nur Endverbraucher finden hier den passenden Obstbaum für ihren Hausgarten sondern auch Besitzer von Erwerbsanlagen. Mit der Erweiterung des Sortimentes wurde auch der Bau des eines Gewächshauses ein weiterer wichtiger Schritt für die Entwicklung des Betriebes. Durch den geschützten Anbau können empfindliche Pflanzen unabhängig von der Witterung unter geeigneten Bedingungen herangezogen und für den Verkauf vorbereitet werden. Auf rund 7.000 m² bietet der Betrieb neben Obst- und Beerenpflanzen auch Freiland-, Beet- und Balkonpflanzen, Stauden, Zimmerpflanzen sowie Dekorationsartikel an.

Eine besondere Orchideenblüte in gelben und lila Tönen ist abgebildet.

© Gundula Holm, AELF Fürth-Uffenheim

Hier ist die Welt der Orchideen zuhause - Raffainer Orchideenwelt
Auf der Spur der „Südtirol-Orchidee“ gab es bei der geführten Besichtigung durch die Raffainer Orchideenwelt in Gargazon viel Eindrücke für alle Sinne. Im sogenannten „Orchidarium“ wachsen über 500 verschiedene Orchideen-Arten bzw. -sorten. Diese beeindrucken durch unterschiedliche Formen, Farben und Düfte. Weitere Highlights sind eine Voliere mit Papageien, das Schmetterlingshaus sowie ein Tropensee mit Koi-Karpfen. Ein Abenteuerspielplatz für Kinder und ein Bistro runden das Angebot in der Orchideenwelt ab. Raffainer hat es sich außerdem zur Aufgabe gemacht, über den langjährigen Produktionsprozess der Orchideen zu informieren. So erhält der Besucher umfangreiche Informationen zur Kultur, angefangen im Labor mit der Gewebekultur bis zur verkaufsfertigen Pflanze. Eine Orchideenpflanze benötigt insgesamt 5 Jahre bis zur Verkaufsreife.

Der durch eine Glasscheibe gewährte Einblick in die Produktion ermöglicht es, bei den Verbrauchern ein besseres Bewusstsein für den hohen Aufwand hinsichtlich Kultivierung und Vermehrung der Pflanzen zu schaffen. Hierdurch soll die Wertschätzung der Orchidee als Gärtnereiprodukt wieder gesteigert werden, da die Pflanzen durch das zunehmende Angebot durch Billiganbieter zu einem Alltagsprodukt geworden sind. Die „Südtirol-Orchidee“, die aus einer nachhaltigen und pestizidfreien Anzucht stammt, hat jedenfalls einen besonderen Stellenwert.

Tische mit verschiedenen Stauden und Gehölze sind im Freiverkauf der Gärtnerei zu sehen. Zoombild vorhanden

© Gundula Holm, AELF Fürth-Uffenheim

Gartenkultur mit Sinn für das Besondere - Gärtnerei Galanthus
Der Name Galanthus, botanisch für Schneeglöckchen, symbolisiert Aufbruch und Frühlingserwachen, passend zur Geschichte und Entwicklung der Gärtnerei. Betriebsinhaber Helmuth Mairhofer gab zunächst einen umfassenden Einblick zur Entstehung der Gärtnerei, die vor mehr als 20 Jahren in Lana gegründet wurde. Die erfolgreiche Betriebsgeschichte startet am Standort in Vill. Mit dem Umzug an den neuen Betriebsstandort fand die Vision des Projektes, welches die Integration von Menschen und Umwelt vorsieht, einen Heimatort. Mit der besonderen Atmosphäre - abseits von Hektik und Stress - bietet Galanthus einen Ort, der nicht nur zum Verweilen sondern auch zum Kauf besonderer Pflanzen einlädt. Die Philosophie des Betriebes spiegelt sich in der Gestaltung der Außenanlagen nach Feng Shui-Mustern wider. Das „Wirtschaften im Einklang mit der Natur“ wird auch durch das Prinzip der Wärmegewinnung für die Gewächshäuser unterstrichen. Diese werden ausschließlich mit Sonnenenergie und einer Hackschnitzelheizung beheizt. Zudem hat der Betrieb bereits 2004, als Vorreiter in Südtirol, seine biologische Produktion einer Kontrolle nach EU-VO 2092/91 unterzogen.

In der Endverkaufsgärtnerei wird von der Floristik über Zimmer-, Gemüse-, Beet- und Balkonpflanzen sowie Kräutern aus biologischer Produktion auch ein großes Sortiment an Freilandpflanzen angeboten. Dieses reicht vom Ahorn bis zum Zierapfel, vom Schattenspender bis zu dekorativen Ziersträuchern, von Gehölzraritäten bis zu über 200 Rosensorten. Die Gesamtfläche des gärtnerischen Betriebes umfasst ca. 15.000 m² und wird mit 13 Mitarbeitern bewirtschaftet. Galanthus bietet zudem Dienstleistungen im Bereich des Garten- und Landschaftsbaus an, u. a. die Planung und den Bau von naturnahen Schwimm- und Badeteichen. Der an die Gärtnerei angrenzende Klostergarten des Deutschen Ordens wurde 1854 gegründet und ab 2003 wieder von der Gärtnerei revitalisiert. Dort gibt es einen eindrucksvollen Kräuterschaugarten, in dem heute eine Vielzahl von biologischen Heil- und Küchenkräutern angeboten wird. Über 40 verschiedene Tomatensorten von 'Black Cherry' bis Ananastomate, mehr als 40 verschiedene Sorten Paprika und Chili von mild bis „hot“ sowie verschiedene Gemüseraritäten wie Zucchini 'Gold Rush' und Okra stehen zum Verkauf. Als Kooperationspartner von Arche Noah, einem Verein zur Erhaltung und Verbreitung der Kulturpflanzenvielfalt, bietet Galanthus auch ein großes Sortiment an Gemüse-, Kräuter- und Blumensaatgut aus biologisch, dynamischem Anbau an.

Zu sehen ist das Schloss Trauttmansdorff umgeben von mediteranen Pflanzen und Wasser. Zoombild vorhanden

© Gundula Holm, AELF Fürth-Uffenheim

Ein Garten, viele Welten - die Gärten von Schloss Trauttmansdorff
Einen ganzen Nachmittag der Exkursion verbrachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Lehrfahrt in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff in Meran. Auf einer Fläche von 12 ha wurden hier, in Form eines natürlichen Amphitheaters, auf einem Höhenunterschied von 100 m exotische Gartenlandschaften rund um das Schloss angelegt. In insgesamt 80 Gartenlandschaften werden Pflanzen aus allen Kontinenten gezeigt. Man genießt zusätzlich auch den wunderschönen Ausblicke auf Meran und die Südtiroler Berge. Bei einer Führung konnte die interessierten Gärtnerinnen und Gärtner die vier Gartenwelten rund um das Schloss kennenlernen: Ob Waldgarten, Sonnengarten, Terrassen-/Wassergärten oder die Landschaften Südtirols – hier gab es sowohl heimische als auch exotische Pflanzen zu entdecken. Gerade die Sukkulenten-Landschaften, machten zum sommerlichen Besuchszeitpunkt ganz besonders Eindruck und auch die Botanik-Experten der Gruppe glücklich. Im Anschluss konnten sich die Teilnehmenden noch selbst auf die Suche nach besonders schönen und schattigen Plätzen machen.
Auf der Freiverkaufsfläche sind diverse Bodenbeete mit Stauden ausgestellt. Zoombild vorhanden

© Gundula Holm, AELF Fürth-Uffenheim

Ein Paradies für Pflanzenliebhaber - Staudenparadies Seidnerhof
Seit 2001 bewirtschaftet die Familie Hildegard und Konrad Hofer die ehemalige Klosterfläche in unmittelbarer Nachbarschaft zum Ansitz Köstlan in Brixen. Seit 2023 bringt auch Sohn Moritz neue Ideen mit in den Betrieb. Auf ca. 5.000 m² Freilandfläche bietet die Familie über 1.000 verschiedene Staudenarten an – viele davon aus der eigenen Produktion. In der Gärtnerei gibt es winterharte Stauden, Gräser und Gehölze sowie einige Besonderheiten zu sehen. Verkauft wird direkt ab Gärtnerei oder auf einem der zahlreichen Märkte und Messen in der Umgebung, z. B. auf dem Bozner Blumenmarkt. Im „Sculpgarden“ ist eine Kombination der Stauden mit der Präsentation von Kunstskulpturen internationaler Künstler zu sehen. Events, wie der Kunst- & Handwerksmarkt, der im Mai in der Staudengärtnerei mit über 30 Ausstellern stattfand, dienen der Kundenbindung und fördern die Bekanntheit der Staudengärtnerei. Zwischen blühenden Beeten und historischen Mauern findet der Besucher hier ein ganz besonderes Ambiente vor.

Dabei reicht das Einzugsgebiet von Gröden, bis ins Pustertal und nach Bozen. Auch durchreisende Touristen fühlen sich durch das Angebot angesprochen und erweitern den Kundenstamm. Sohn Moritz will künftig neue Wege gehen und vermehrt Events in der Gärtnerei anbieten: Das Potential aus der Verbindung von Kunst, Handwerk und Pflanze, abgerundet durch das Angebot kulinarischer Genüsse, soll in Zukunft weitere Kunden in die landschaftlich sehr schön gelegene Staudengärtnerei führen.

Die Teilnehmenden der Exkursion stehen vor den Flächen der Gewürz- und Kräuterpflanzen.Zoombild vorhanden

© Andrea Prankl, AELF Abensberg-Landshut

Wo Menschen und Pflanzen gemeinsam wachsen - Bioland Bartgaishof
Die Sozialpsychiatrische Rehabilitationseinrichtung "Bartgaishof" in Vahrn bietet seit über 25 Jahren Menschen mit psychischer Erkrankung einen geschützten Arbeitsplatz sowie Wohnmöglichkeiten. Die Einrichtung hat zum Auftrag einen individuell angepassten Rehabilitations- oder Beschäftigungsprozess in einem geschützten, aber möglichst normalen Umfeld umzusetzen. Dort arbeitet sozialpädagogisches Personal, wie Behindertenerzieher, Arbeitserzieher, Personal mit Betreuungs- und Pflegeaufgaben (Sozialbetreuer). Dieses wird durch Mitarbeiter für die technischen Dienste wie Köche, Gärtner und Hausmeister ergänzt. In der Gärtnerei werden sowohl Gemüsejungpflanzen als auch schwerpunktmäßig Gewürz- und Kräuterpflanzen produziert. Der Betrieb arbeitet nach den Richtlinien von Bioland und ist entsprechend zertifiziert. Es gibt ein Warmhaus und einen Folientunnel für die Eigenproduktion. Diese umgebend befinden sich die Freilandflächen für den Anbau von 160 verschiedenen Kräuter- und Gewürzpflanzen.

Die Klienten erhalten für ihren Arbeitseinsatz ein kleines Entgelt, die größte Anerkennung ist jedoch der Verkauf der selbst produzierten Pflanzen und Verarbeitungsprodukte. Die angebauten Gewürz- und Kräuterpflanzen werden im Herbst und Winter in Handarbeit vor Ort zu Tees und Kräutersalzen verarbeitet. Beispielsweise werden die Kornblumen nach der Ernte getrocknet und die Blütenblätter gezupft. Der Absatz der Gemüsejungpflanzen erfolgt nicht nur im Direktverkauf, sondern auch an Kollegen in der näheren Umgebung. In Brixen gibt es eine weitere Verkaufsstelle in der „WunderBar“. Dabei handelt es sich um ein Kaffeehaus mit Werkstattladen und angeschlossener Kreativwerkstatt für Menschen mit Beeinträchtigung. Außerdem beliefert der Betrieb die Gastronomie in der Nähe mit frischen und getrockneten Kräutern sowie essbaren Blüten. Im Frühjahr gibt es einen Tag der offenen Tür mit Pflanzenverkauf. Dies dient der Kundenbindung und der Werbung. Die Exkursionsteilnehmer zeigten sich nicht nur vom wunderschönen Panorama in der Brixener Bergwelt beeindruckt. Vielmehr bewunderten sie das soziale Engagement und unterstützten dies gerne durch eigene Einkäufe.

Fazit

Die Exkursion bot den Teilnehmenden einen vielseitigen Einblick in die unterschiedlichen Bereiche und Spezialisierungen des Südtiroler Gartenbaus. Durch die Besichtigung verschiedener Betriebe konnten neue Perspektiven auf die verschiedensten Produktionsweisen, Betriebskonzepte, fachlichen Schwerpunkte sowie die vielfältigen Anforderungen gewonnen werden. Besonders wertvoll waren neben den praktischen Einblicken der Austausch vor Ort, und der Teilnehmerinnen und Teilnehmer untereinander, aus denen sich auch interessante Ideen und Anregungen für die Weiterentwicklung des eigenen Betriebs ergeben haben. Durch die rege Teilnahme und positiven Rückmeldungen ist auch für 2027 eine Lehrfahrt Gartenbau mit neuem Ziel geplant.

Weitere Impressionen der Lehrfahrt

Gehölze für schattige Standorte stehen im Freiverkauf unter einem alten Baumbestand.

Schattierte Freiverkauf des Gartencenters Seebauer.

Stauden, Beet- und Balkonpflanzen sowie Zusatzartikel im Verkauf  des Gartencenters.

Wechselnde Aktionen auf der Verkaufsfläche des Gartencenters Seebauer.

Alte schwarz - weiß Fotografien und kunstvolle Blumen aus Metall sind ausgestellt.

Das historische Glashaus III der Gärtnerei Schullian.

Bistrotische, Stühle und große Pflanzkübel mit mediteranen Pflanzen im Bisto der Gärtnerei.

Das Schullian Bistro & Flowers.

Stauden und mediterane Gehölze sind abgebildet.

Freiverkauf der Gärtnerei Schullian.

Palmen und Olivenbäume in großen Gefäßen sowie eine Bank und Dekoelemente sind zu sehen.

Auswahl an Olivenbäumen im Betrieb Reider.

Zu sehen ist die digitale Werbetafel der Pflanzenwelt, die mit aktueller Werbung zur Onlinebestellung bespielt wird.

Digitale Werbetafel vom Pflanzencenter Reider.

Im Endverkauf sind Vasen, Übertopfe, Pflanzen in gelb und grün Tönen dekorativ angeordnet.

Verkaufsfläche im Betrieb Reider.

Die Teilnehmenden bei einer Führung durch das Verkaufsgewächshaus.

Rundgang durch die Gartenwelt Platter in Eppan.

Zu sehen ist ein Naturpool im Innenhof der Gartenwelt Platter.

Biopool der Gartenwelt Platter.

Auf dem Bild sind Tische bestückt mit Hortensien und Stauden im Verkaufsgewächshaus zu sehen.

Saisonaler Verkauf im Betrieb Kaneppele.

Verschiedene junge Obstbäume wie beispielsweise Birnen stehen im Freiverkauf.

Angebot an Obstgehölzen in der Baumschule Kaneppele.

Zwei Lori Papageien mit rotem, blauen und grünem Federkleid sitzen auf einem Ast.

Lori Papageien der Orchideenwelt.

Auf den Produktionstischen stehen verschiedene Orchideen, die noch nicht in Blüte sind.

Produktion der Orchideenwelt.

Zu sehen ist der Eingangsbereich von Raffeiner mit einem Bogen aus geschmiedeten Ochideen.

Dekorativer Eingangsbereich der Orchideenwelt Raffainer.

Zu sehen ist ein verspiegelter Raum mit aufgemalten Orchideen auf dem Boden und die Teilnehmer.

Der Sinnespfad des Orchidariums.

Ein altes Bienenhaus aus braunem Holz mit Kübelpflanzen steht vor einem alten Baumbestand.

Das Bienenhaus in der Gärtnerei Galanthus.

In einem alten Lederkoffer ist eine Skulptur installiert sowie verschiedene Staudentöpfe.

Dekorative Elemente der Gärtnerei Galanthus.

Alte Tomatendosen wurden geupcycelt und mit trockenheitsverträglichen Stauden bepflanzt.

Viel Liebe zum Detail im Staudenparadies in Brixen.

Kunstvolle Skulpturen und Objekte sind auf dem Gelände der Staudengärtnerei ausgestellt.

Die Kombination aus Kunst, Handwerk und Pflanze im Staudenparadies Brixen.

Auf schwarzem Bändchengewebe werden blaue Kornblumen und orange Ringelblumen angebaut.

Anbau von Korn-und Ringelblumen auf dem Bioland Bartgaishof .