Urban Gardening
Stadtgemüse vor dem AELF Fürth

Zwei Männer vor Beet

Im Jahr 2014 schufen die werdenden Gärtnermeister der Fachrichtung Gemüsebau Produktionsflächen für Gemüse im Rahmen der Freiflächengestaltung am Haupteingang des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürth.

Das Projekt zeigt Möglichkeiten auf, Freiflächen für den privaten Gemüseanbau zu erschließen und Anbauflächen auf engem Raum zu schaffen, auch ohne Garten und teilweise ohne Erde. Es soll den Bürgerinnen und Bürgern in der Metropolregion Nürnberg wieder mehr Freude am Anbau von Gemüsepflanzen im eigenen Garten, auf dem Balkon, der Terrasse oder im Innenhof gemacht werden. Daher gibt das AELF seine Erfahrungen auch bei Veranstaltungen und Aktionen weiter.

Aktionen

Kindergarten Nautilus besucht Urban Gardening-Fläche

Im Juli 2017 besuchten zwei Gruppen des Kindergarten "Nautilus" aus Fürth die Urban Gardening Fläche am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürth. Unter dem Motto "Wissen wie's wächst" erklärte Gundula Holm vom Gartenbauzentrum Bayern Mitte am AELF Fürth den interessierten Kindern und Erzieherinnen, welche Gemüsearten im Hochbeet und im "Wasserbeet" des Amtes wachsen. Eine praktische Übung stand auch auf dem Programm: Die Kinder säten Kresse aus und durften die Töpfe dann mit in den Kindergarten nehmen.

Urban Gardening in Fürth

Informationen zum Projekt am AELF Fürth

Im Rahmen einer neuen Freiflächengestaltung entstand die Idee, den Eingangsbereich der Meisterschule als Aktionsfläche für Schulprojekte zu nutzen. Die Fläche liegt im Süden des Amtsgebäudes, direkt am Haupteingang. Sie ist ganztägig besonnt, von allen Seiten gut sichtbar und grenzt unmittelbar an den öffentlichen Gehweg - ein guter Standort, um Passanten und Besuchern des Amtes Möglichkeiten einer kleinen, städtischen Gemüseproduktion aufzuzeigen.
Das Schulprojekt "Urban Gardening" leitete Semesterleiter Andreas Schmitt, unterstützt vom Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, Lars Frenzke, vom Landratsamt Fürth. Am 11. März 2015 wurde "Urban Gardening" öffentlich vorgestellt. Den Bereich pflegt seitdem ein Team des Amtes. Die Stadtgemüse-Ernte kommt den Mitarbeitern des Amtes zugute. Interessierte können ganzjährig je zwei Hochbeete, Wasserbeete und Gemüsetürme besichtigen und sich Anregungen für eigene bodenunabhängige Pflanzbereiche holen.

Vorher

Nachher

Projektinstallationen

Hochbeete

Zwei Hochbeete

Zwei Hochbeete mit den Ausmaßen 3 m x 1.50 m x 0,8 m und 1,60 m x 1,50 m, x 0,8 m – 0,3 m bilden einen „L“-Grundriss. Das südliche, kleinere Hochbeet ist schräg, die Bepflanzung der Beete damit von den Passanten gut erkennbar. Die Beeteinfassungen aus Lärchenholz stehen auf Betonplatten (30 x 30), innen sind sie mit schwarzer PVC-Noppenfolie ausgekleidet. Das Holz trocknet auf diese Weise ab, zersetzt sich durch Boden- und Substratfeuchtigkeit weniger schnell und hält länger. Für eine gleichmäßige Besonnung ist die Bepflanzung nach ihrer Wuchshöhe von Süden (niedrige Pflanzen) nach Norden (hohe Pflanzen) gestaffelt.

Wasserbeete

Zwei Wasserbeete

Diese haben eine Größe von jeweils ca. 4 m².
Die Wasserkultur oder „Floating System“ ist eine erdenlose Anbauform. Die Pflanzen schwimmen in einer wässrigen Lösung, die alle Nährstoffe für das Wachstum enthält. In der Produktion treten bodenbürtige Schaderreger nicht auf.
Die Wasserbeete des Projekts sind zwei mit wasserdichter Folie ausgekleidete Becken aus Spanschichtplatten. Sie sind mit Wasser und einer Nährlösung gefüllt, Produktionsplatten aus Styropor schwimmen auf ihrer Oberfläche. Die Gemüsepflanzen werden in kleinen Erdpresstöpfen im Gewächshaus vorgezogen und in die Styroporplatten eingesetzt. Ihre Wurzeln treiben bis in die Nährlösung und wachsen dort weiter. Eine Pumpe sorgt für eine gleichmäßige Verteilung der Nährstoffe, so dass die Wurzeln gut versorgt sind.

Gemüsetürme

Die beiden Gemüsetürme

Die beiden Gemüsetürme mit einer Grundfläche von jeweils 0,8 m² haben eine Anbaufläche von 4,6 m² (großer Turm) und 3,1 m² (kleiner Turm).
Je nach Höhe sind die Anbauflächen der Gemüsetürme um ein Vielfaches grösser als ihre Grundfläche und somit eine platzsparende Anbaumöglichkeit.
Die 1,2 m bzw. 0,8 m hohen Zylinder aus Draht und Vlies sind mit Substrat befüllt. Jeder Zylinder steht auf einer wasserdichten Folie und einem verdichteten, waagrechen Untergrund. Das Wasser staut sich an der Basis und wird über das Vlies bis zu den Pflanzenwurzeln hoch transportiert. In der Mitte ist ein Rohr für die Bewässerung von oben eingelassen. Die Pflanzen werden im Gewächshaus vorgezogen und später an den Turm gepflanzt.

Bewässerung

Bewässerung

Die Bewässerung des Projektes „Urban Gardening“ läuft über ein Computer gesteuertes automatisches Bewässerungssystem. Dabei können Dauer und Zeit der Bewässerung eingestellt werden. Alle Materialien wurden im Wert von ca. 470 € von einer Fachfirma gekauft. Bei der Planung wurden die verschiedenen Systeme und eine einfache Bedienung der Anlage berücksichtigt.
Das verwendete Wasser kommt von der städtischen Leitung. Eine Wasseruhr dokumentiert die verbrauchte Menge. Außerdem reinigt ein Mikrofilter das Wasser vor dem Gebrauch noch einmal. Nach dem Filter ist eine Verteilerstation mit vier Gruppen montiert. Jede Gruppe kann einzeln gesteuert werden. Mit einem 20mm PE-Schlauch sind die verschiedenen Bewässerungsarten mit der Verteilerstation verbunden.
Die Türme werden einmal durch ein Drainagerohr und Tropfer bewässert. Bei dem höheren Turm sind vier 4 l –Tropfer und bei dem kleineren vier 2l-Tropfer verwendet.
Das Hochbeet wird unterteilt in Tropfbewässerung und Mikro-Sprinkler Bewässerung. Der Tropfschlauch hat einen Durchmesser von 16mm, die Tropfstellen sind alle 33cm und haben eine Leistung von 2,2 l/h. Er wurde gleichmäßig im Beet verlegt und durch Erdspieße gesichert. Bei den Mikro-Sprinklern wurde eine 20mm PE Zuleitung in der Mitte verlegt, von der wiederum zu jedem Sprinkler ein Mikroschlauch verlegt wurde. Bei den Sprinklern wurden Düsen gewählt, die eine Durchflussmenge haben von 70l/h.
Bei der ganzen Anlage wurde darauf geachtet, dass die Leitungen sauber, akkurat, rechtwinklig und fest montiert wurden.
Eine Beschilderung ermöglicht es den Passanten, Einzelheiten über die jeweiligen Installationen zu erfahren.