Coaching Kitaverpflegung

Kleiner Junge sitzt am Kita Esstisch mit einem Teller Essen vor sich und Löffel in der Hand.

Das Coaching unterstützt Kitas dabei, ihre Mittagsverpflegung gesund und qualitätsbewusst zu gestalten.

Was und wie Kinder essen und trinken, beeinflusst ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden und Ernährungsverhalten. Die Kitaverpflegung leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Sie kann Vorbild für eine gesunde Ernährung sein, die gut schmeckt, nachhaltig und ökonomisch ist. Immer mehr Kitas wollen ihr Mittagessen entsprechend gestalten. Die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Mittelfranken unterstützt sie dabei mit dem Coaching Kitaverpflegung.

Coaching 2019/20 in Mittelfranken

In gemeinsamen Veranstaltungen erhalten die Teilnehmer Ideen und Anregungen, um die Bayerischen Leitlinien Kitaverpflegung umzusetzen – von der Gestaltung der Speisepläne nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bis hin zu mehr Nachhaltigkeit.
Zusätzlich begleiten Coaches die Einrichtungen ein Kitajahr lang vor Ort - gemäß dem Motto:
"Individuelles Coaching führt zu kreativen Lösungswegen."

Coaching Kitaverpflegung ist in die neue Runde gestartet

Am 24. September 2019 startete am AELF in Fürth das Coaching Kitaverpflegung mit der Auftaktveranstaltung. Einrichtungsleitungen, pädagogisches sowie hauswirtschaftliches Personal und Vertreter der Trägerschaft der fünf ausgewählten Einrichtungen trafen zum ersten Mal aufeinander.
Die Teilnehmenden erhielten Informationen zum Inhalt und Ablauf des Coachings, erarbeiteten in Kleingruppen erste Zielsetzungen und lernten ihren Coach persönlich kennen. Besonders wertvoll empfanden alle die Zeit für den Austausch untereinander und Diskussionen.

Teilnehmer tauschen sich über Speisepläne aus

Im Oktober 2019 trafen sich Vertreter der Coaching-Einrichtungen und Verpflegungsverantwortliche von vier weiteren Kitas zum Workshop Speiseplan-Check. Unter anderem ging es um gesundheitsförderliche Mittagsverpflegung sowie das Tool "Speiseplan-Check", mit dem sich Speisepläne nach den Kriterien der DGE beurteilen lassen. Außerdem werteten die Teilnehmer die eigenen Speisepläne aus. Sie diskutierten in Gruppenarbeit auch über weitere Kriterien, die bei der Erstellung des Speiseplanes beachtet werden sollten, und Optimierungsmöglichkeiten. Hilfreich war auch der Erfahrungsaustausch über beliebte und weniger beliebte Gerichte der Kinder in den Einrichtungen.

Kita St. Martin, Mühlstetten

Kita St. Martin, Mühlstetten
Im zweigruppigen katholischen Kindergarten St. Martin in Mühlstetten (Gemeinde Röttenbach) nehmen nahezu alle Kinder an der Mittagsverpflegung teil. Das Mittagessen wird vor Ort täglich frisch zubereitet. Die Einrichtung sieht das Coaching als Chance, die Verpflegung selbst, aber auch die Essenssituation zu analysieren und individuell zu optimieren. Außerdem will die Einrichtung die Kinder in Zukunft mehr im Bereich der Verpflegung einbeziehen.

Kita St. Michael, Wilhermsdorf

Logo und Schriftzug Kath. Kindergarten St. Michael, Wilhermsdorf
Kita St. Michael, Wilhermsdorf
Aus dem Landkreis Fürth nimmt dieses Jahr die Kita St. Michael im Markt Wilhermsdorf am Coaching Kitaverpflegung teil. Hier werden 25 Kinder an drei Wochentagen vom ortsansässigen Caterer versorgt, an einem findet pädagogisches Kochen gemeinsam mit den Kindern statt. Hauptaugenmerk legt die Einrichtung darauf, den Speiseplan zu analysieren, optimieren und neue Rezepte zu integrieren.

Evang. Kita "Unterm Himmeszelt", Wassertrüdingen

Evangelische Kita "Unterm Himmelszelt", Wassertrüdingen
Die evangelische Kindertagesstätte "Unterm Himmelszelt" in Wassertrüdingen betreut 160 Krippen- und Kindergartenkinder, von denen täglich 80 bis 100 am Mittagessen teilnehmen. In der hauseigenen Küche werden diese von einem dreiköpfigen Küchenteam täglich frisch zubereitet. Im Coaching will die Kita den Speiseplan, vorrangig hinsichtlich Fisch und Hülsenfrüchten optimieren, aber auch Ziele aus dem Bereich Wertschätzung (Kommunikation, Verpflegungskonzept) umsetzen.

Evang. Kindergarten, Eckenhaid

Evangelischer Kindergarten, Eckenhaid
Der viergruppige evangelische Kindergarten Eckenhaid (Gemeinde Eckental, Landkreis Erlangen-Höchstadt) wird von einer eigenen Köchin täglich frisch verpflegt. Erreichen möchte die Kita im Coaching, dass das Speisenangebot überprüft sowie optimiert wird, indem z. B. mehr Hülsenfrüchte eingebunden werden. Darüber hinaus wird die Einrichtung im Coaching die Ausdehnung der Kinderpartizipation in den Vordergrund rücken.

Kinderhaus Grashüpfer, Buckenhof

Außenansicht Kinderhaus Grashüpfer, Buckenhof
Kinderhaus Grashüpfer, Buckenhof
Das Kinderhaus Grashüpfer (Gemeinde Buckenhof, Landkreis Erlangen-Höchstadt) betreut insgesamt 95 Krippen- Kindergarten- und Hortkinder. Etwa 65 davon nehmen jeden Mittag am Essen teil. Hierfür wird das Kinderhaus an fünf Tagen pro Woche von einem regional ansässigen Caterer beliefert. Sie freuen sich besonders darauf, mit Unterstützung des Coaches eine Vollverpflegung für die Krippe, idealerweise für die gesamte Einrichtung, zu etablieren.

Ansprechpartnerin

Anne Stirnweiß
AELF Fürth
Jahnstraße 7, 90763 Fürth
Telefon: +49 911 99715-303
Fax: 0911 99715-600
E-Mail: poststelle@aelf-fu.bayern.de

Rückblick

Coaching 2018/19 in Mittelfranken

Beste Noten für das Engagement der Kitas

Gruppenbild der TeilnehmerZoombild vorhanden

Feierlicher Coaching-Abschluss 2018/19 in München

Bayernweit haben 38 Kitas und 41 Schulen im Kita-/Schuljahr 2018/19 mit der Unterstützung von Ernährungsexperten ihre Verpflegung auf den Prüfstand gestellt und verbessert.
In Mittelfranken nahmen 6 Schulen und 5 Kitas am Coaching Kita- und Schulverpflegung teil. Ernährungsministerin Michaela Kaniber überreichte den Teilnehmern im Juli 2019 in München ihre Urkunden. "Damit stellen wir Ihrem Engagement beste Noten aus: Sie haben es gemeinsam geschafft, die Verpflegung Ihrer Kinder gesünder, regionaler und nachhaltiger zu machen", sagte die Ministerin. Die Bedeutung nachhaltiger und regionaler Ernährung sei nicht nur ein wichtiger Bildungsauftrag, so Kaniber: "Die Kinder sollen das auch jeden Tag bei ihren Mahlzeiten in der Kita und in der Schule erleben und schmecken."

BRK-Kita "Dschungelbande", Solnhofen

Logo und Schriftzug Dschungel Bande
In der BRK-Kindertagesstätte Dschungelbande in Solnhofen (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) liefert eine ortsansässige Metzgerei das warme Mittagessen. Etwa 45 Kinder aus zwei Kindergartengruppe, einer Krippen- und einer Hortgruppe nehmen daran teil.
Herausforderungen und Ziele
Die Einrichtung hat es sich zum Ziel gemacht, einen 8-Wochen-Turnus festzulegen, um die Mengenerfassung sowie die Speiseplanbebilderung zu erleichtern. Innerhalb einer Woche sollen Gerichte jeweils rotieren sowie ein Fisch- und ein Vollkorngericht in den Plan integriert werden.
Außerdem hat die Einrichtung vor, Obst und Gemüse zuzukaufen, um das Angebot zu erhöhen und die Kinder in die Vorbereitung der Zwischen- und Mittagsverpflegung einzubinden.
Lösungswege
Damit auch die Kleinsten den Speiseplan "lesen" können, sollen alle Gerichte einen Turnus lang fotografiert und ein Bilderplan auf Augenhöhe der Kinder erstellt werden. Darüber hinaus soll während der Mahlzeit die Eigenständigkeit der Kinder gefördert werden.
Außerdem wurde der Einrichtung im Laufe des Coachings folgendes bewusst: Die Arbeitszeiten und Pausen des Personals sind hinderlich für eine entspannte Essensatmosphäre – die Leitung möchte eine stärkere personelle Besetzung durch Umstrukturierung erreichen.
Ergebnisse
Jede Woche wird zusätzlich zum schriftlichen Speiseplan der selbst erstellte Bilderspeiseplan ausgehängt. Die Speisenzusammenstellung wurde zuvor mithilfe des Speiseplanchecks optimiert. Die neue Personalstruktur sorgt für eine reduzierte Lautstärke und entspannte Atmosphäre. Im Coaching-Prozess ist zudem das Interesse an einem Hochbeet entstanden und umgesetzt worden.
Unterstützt durch Bildkarten kaufen die Kinder am Wochenende mit den Eltern Obst/Gemüse für die Kita ein.

SOS-Kinderdorf "Die Rennmäuse", Nürnberg

Außenansicht Eingangsbereich SOS-Kinderdorf "Die Rennmäuse" Nürnberg
Die Kindertagesstätte "Die Rennmäuse" betreut vorwiegend Kinder, deren Eltern im Berufsausbildungszentrum eine Ausbildung absolvieren. Die Kindertagesstätte umfasst eine Kindergartengruppe mit 25 Plätzen und zwei Kinderkrippen mit je 10 Plätzen.
Das Mittagessen bereitet die Küche des SOS-Berufsausbildungszentrums täglich frisch zu. Dabei unterstützen Teilnehmer der Gastronomieabteilung den Koch.

Herausforderungen und Lösungswege

  • Der bereits sehr ausgewogene Speiseplan soll einem Feinschliff unterzogen werden. Lediglich das Nachspeisen- und Vollkornangebot bedürfen noch einer Optimierung.
  • Der Leitung liegt eine Reduzierung der Lebensmittelreste am Herzen.
  • Der Kita-Speiseraum soll umgestaltet werden.
  • Die Einführung eines Feedback-Systems ist geplant.
  • Der Speiseplan soll zukünftig einladender gestaltet werden.
  • Des Weiteren entwickelte sich im Laufe des Coachings ein neues Ziel: Um die Kinder mit den Obst- und Gemüsekomponenten der Mittagsgerichte vertraut zu machen, zeigen die Erzieher im Morgenkreis Obst- und Gemüsesorten und sprechen darüber – wie sieht die Pflanze aus und wofür wird sie in der Küche verwendet?
Ergebnisse
Das Angebot an Nachtisch wurde reduziert, Fisch und Vollkorn gibt es ab sofort wöchentlich. Den Speiseraum schmücken selbst gebastelte Girlanden und Bilder.
Das Obst und Gemüse aus dem Morgenkreis wird nach dem Kennenlernen symbolisch in die Küche gebracht und verarbeitet. Nach dem Essen dürfen die Kinder grüne (hat super geschmeckt!) und rote (hat mir nicht geschmeckt!) Muggelsteine in ein Glas werfen – so wird regelmäßig Feedback eingeholt.

Stadtparkhort, Fürth

Außenansicht Stadtparkhort Fürth
Der Stadtparkhort in der Fürther Innenstadt betreut insgesamt zwei Hortgruppen. Die 45 Essen pro Tag bezieht er von einem Anbieter, der sich auf Tiefkühlkost spezialisiert hat. Aufgrund der unterschiedlichen Schulschluss-Zeiten der Kinder bietet die Einrichtung gleitende Essenszeiten an.
Herausforderungen und Lösungswege
Die Überprüfung des Speisplans zeigte, dass die Auswahl der Speisen zwar sehr fleischlastig ist, ansonsten aber schon sehr gut abschneidet. So sollen zukünftig einige Fleischgerichte durch vegetarische ersetzt werden. Des Weiteren sucht die Einrichtung nach einer gesunden, zuckerarmen Alternative für Ketchup sowie geeigneten Dips für die Rohkost. Der Hort will gemeinsam mit den Kindern selbst eine Sauce herstellen.
Um kritische Eltern vom Verpflegungssystem zu überzeugen und Akzeptanz für die Tiefkühlkost zu schaffen, wird die Einrichtung den Anbieter zum Elternabend einladen und die Produktionsstätte des Anbieters besichtigen. Um mehr Transparenz zu schaffen, werden Ziele und Ergebnisse des Coachings auf der Homepage eingepflegt.
Ergebnisse
Fleischgerichte werden nur noch acht Mal in 20 Tagen angeboten, Dips und gesundes Ketchup wurden entwickelt. Der Elternabend war ein super Erfolg. Darüber hinaus wurde das Essen zu Beginn des Coachings sehr lange warmgehalten. Um Nährstoffe zu schonen und die Sensorik zu optimieren, werden Speisen jetzt in zwei Etappen aufbereitet.

Kindergarten St. Johannes, Neustadt a. d. Aisch

Spielplatz vor Kindergarten St. Johannes
Im Kindergarten St. Johannes im Städtchen Neustadt an der Aisch werden täglich 86 Kinder in drei integrativen Kindergartengruppen und einer Krippengruppe betreut.
Das Mittagessen wird dort selbst gekocht. Die Zubereitung in der Einrichtung funktioniert nach einem eigens entwickelten System. Sowohl das pädagogische Personal als auch eine ehrenamtliche Helferin sind eingebunden. Jeden Tag wird für etwa 45 Kinder gekocht.
Herausforderungen und Lösungswege
Zu Beginn des neuen Jahres wird die Einrichtung den Speiseplan optimieren: Hülsenfrüchte sollen einmal wöchentlich in den Speiseplan aufgenommen, das Dessert-Angebot reduziert und Weißmehl- durch Vollkornmehlprodukte ersetzt werden. Insgesamt legt die Einrichtung Wert auf ökologische, regionale Lebensmittel, deren Anteil erhöht werden soll. Weitere Ziele sind die optisch kindgerechte Neugestaltung des Speiseplans sowie die Organisation eines regelmäßigen gesunden Frühstücks.
Lösungswege
Der optimierte Speiseplan soll nach einem Testdurchlauf im 5-Wochen-Takt rotieren. Um den Speiseplan auch für die Kleinsten "lesbar" zu machen, will die Verpflegungsbeauftragte einen Bilderspeiseplan erstellen. Der Einrichtungsleitung war es sehr wichtig, dass das gesamte pädagogische Team die Coaching-Ziele kennt und an einem Strang zieht. Daher soll sich der Coach im Rahmen eines Vor-Ort-Termins dem gesamten Team vorstellen und die wichtigsten Ziele ansprechen.
Ergebnisse
Der neue Speiseplan steht fest und erfüllt die Ziele des Coachings: Hülsenfrüchte, weniger Nachtisch und hauptsächlich Vollkornprodukte. Ab kommendem Kita-Jahr werden zudem Wasserkaraffen am Tisch bereitgestellt. Zusätzlich zu Obst, Gemüse, Milch und Milchprodukten bezieht die Einrichtung jetzt auch Eier vom regionalen Biohof.
In regelmäßigen Abständen findet ein gesundes Frühstück statt. Die Tischatmosphäre wurde durch jahreszeitliche Dekoration verschönert.

Kinderhaus Nikodemus, Nürnberg

Kinderhaus Nikodemus Nürnberg
Im evangelischen Kinderhaus Nikodemus essen täglich 160 Kinder. Das Verpflegungsteam wählt die Speisen und Komponenten eines Tiefkühlanbieters aus. Diese werden vor Ort aufbereitet und durch frische Salate und Rohkost bzw. Obst und Joghurt ergänzt. Um allen Altersstufen gerecht zu werden, gibt es täglich für die Kindergarten- und Hortkinder ein separates Menü.
Herausforderungen und Ziele
Im Essensgremium hat man sich darauf geeinigt, den Speiseplan gemeinsam mit den Hortkindern noch gesundheitsförderlicher zu gestalten. Auch die Essensausgabesysteme in den Kindergartengruppen stehen auf dem Prüfstand.
Die Einrichtung möchte mehr für die Nachhaltigkeit tun und weniger Müll produzieren. Am Ende soll das verbesserte Verpflegungskonzept möglichst transparent gemacht und nach außen transportiert werden.
Lösungswege
In den Faschingsferien haben die Hortkinder gemeinsam mit Erziehern drei Wochenspeisepläne nach Vorgaben der DGE erstellt. Die restlichen Wochen wurden von den Verpflegungsbeauftragten optimiert und der Speiseplan mit Bildern ausgestattet.
Zur Vermeidung von Verpackungsmüll werden Desserts in Großgebinden eingesetzt. Neue Smiley-Feedbacksysteme und die Bildung von Tischgemeinschaften sollen die Akzeptanz des Essens erhöhen sowie Kommunikation und Miteinander der Kinder während der Mahlzeit stärken.
Ergebnisse
Der neue Speiseplan erfüllt nun die Vorgaben der DGE und wird von den Kindern größtenteils sehr gut angenommen, was sich an den vielen positiven Rückmeldungen beim Feedbacksystem erkennen lässt. Das Müllaufkommen wurde drastisch reduziert. Alle Neuerungen wurden außerdem bei einem Elternabend mit Probeverkostung transparent gemacht. Als krönender Abschluss dient das neue Verpflegungskonzept, das als Flyer für alle zugänglich gemacht werden soll.